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Fragen und Antworten

Marianne und Wilfried Marquardt

21465 Reinbek, Hermann-Körner-Strasse 15,  Tel.: 040 / 722 18 98

E-Mail: Reinbeker@Hobbymosterei.de


Kellereiartikel für private Verbraucher





Inhalt dieser Seite:


  1. Auswirkungen bei zu klein gewählten Presstüchern (09.08.2019)
  2. Packpresse, mehr Packlagen bei Pressblechen (04.09.2020)
  3. Ingwerwurzeln entsaften (08.10.2020)
  4. Holzkelter zur Hydropresse umbauen (25.10.2020)




Auswirkungen bei zu klein gewählten Presstüchern


Frage

Ich möchte mich zuerst für Ihre informative Webseite rund ums Mosten bedanken und Ihnen dafür ein Lob aussprechen. Ich habe die Seite schon sehr oft um Rat gefragt und Ihre Tipps haben mir oft die Arbeit erleichtert. 


Wir haben eine Packpresse mit 65er Kunstoffplatten im Einsatz und benötigen dafür nun passende Presstücher. Ihrer Preistabelle auf Seite http://www.mostpresse.de/Presstuch/presstuch.html habe ich die Empfehlung 110x110 zu nutzen entnommen. Aktuell haben wir die 100er Presstücher in Verwendung mit der Folge, dass die Packen immer wieder mal an der Ecke "geplatzt" sind und Maische auslief. Nach nochmaligem Studium ihrer Infos, würde ich gerne eine Tuchgröße von 140 x 140 bestellen.


Nun stellt sich mir die Frage welchen Gewebetyp ich wählen soll. Ich habe auf Ihrer Seite auf die Schnelle nichts gefunden. Wir pressen 85-90 Prozent Kernobst (Äpfel, Birnen, Quitten). Ab und zu pressen wir auch Kirschen, Pflaumen, Trauben und Beeren (Eberesche, Trauben).


Antwort von Wilfried Marquardt am 09.08.2019

Für Kern- und Steinobst ist das Grobgewebe richtig und für das feinkörnige Beerenobst das Feingewebe. Die Weintrauben sind wegen Ihrer Faserstruktur dem Kernobst zuzuordnen, wenn diese wie Kernobst fein gemaischt werden.


Wenn Beerenobst mit der Packpresse versaftet werden soll, sind nicht wie beim Kernobst 6 cm Packlagen, sondern wegen ungenügender Faserdrainage der Beerenmaische nur bis 4 cm Lagen zu pressen. Die zu wählende Schichtstärke ist vordergründig von der Fruchtreife abhängig.


Auch zur Tuchgröße habe ich mich speziell auf 
http://www.obstpresse.de/Presstechnik.html#Pressleistung ausgelassen, die von der Standardvorgabe der Tabelle auf 

http://www.mostpresse.de/Presstuch/presstuch.html abweicht. Hier ist seitens des Käufers das Für und Wider abzuwägen.


Danke dafür, dass Sie sich die Zeit zum Studium meiner auf Obstpresse.de hinterlegten Stellungnahmen genommen haben. Ihre daraus getroffene Wahl für eine Tuchgröße von 140 x 140 cm hat mich jedoch veranlasst, der Sache auf den Grund zu gehen um heraus zu finden, welche Größe für einen zügigen Pressablauf sinnvoll ist.

So habe ich Ihre Packpresse mit 65er Presseinlagen und Packrahmen 55 x 55 cm mit verschiedenen Tuchgrößen einem Vergleich unterzogen. Hierbei sollte festgestellt werden, mit welcher Tuchgröße die optimale Drainageschicht für einen schnellen Ablauf des Saftes auf der Tucheinschlagseite (Oberseite) erreicht wird. Mindestens soll hier eine einfache Deckung erreicht werden. 


Im Anhang übersende ich Ihnen zur Veranschaulichung 5 Fotos:


Fall 1 mit Tuchgröße 110 x 110 cm

Die Tuchgröße gilt allgemein für 65er Einlagen als Standardmaß bei Händlern. Das Foto zeigt eine geschlossene Abdeckung der Oberseite und bestätigt damit die Funktionalität für ablaufenden Saft von pflück- bis genussreifer Apfelmaische.


Bei vollreifer Apfelmaische mit einlagiger Tuchabdeckung kann der Saft nicht schnell genug abfließen, die Schichten stauen auf, der Pressstapel gerät in Schieflage und eine oder mehrere Ecken der Packlagen brechen auf.

Wenn die Tücher mit gleichmäßigen Seitenabmessungen im Packrahmen ausgelegt werden, genügen bei überwachter Pressensteuerung auch die Tuchüberlappungen an den Ecken gegen Aufbrechen bei Staudruck.



Fall 2 mit Tuchgröße 120 x 120 cm

Bei dieser erweiterten Größe ergeben sich nur in Teilbereichen mehrfache Überlappungen zwischen zwei- bis vierfach. Ein merklich zügigerer Saftablauf der Gesamtfläche gegenüber dem 110er Tuch bei genuss- bis vollreifer Apfelmaische wird dadurch nicht erreicht. Lediglich die Ecküberlappungen der einzelnen Packlagen werden erhöht und damit die Stabilität gegen Eckausbruch gesichert.

Diese Tuchgröße genügt, wenn die manuelle Pressensteuerung bei der wechselnden Reife der Obstmaische berücksichtigt wird.





 
















Fall 3 mit Tuchgröße 130 x 130 cm

Foto 3a zeigt das ausgebreitete Presstuch, auf das die simulierte Packlage/Maischeschicht (55 x 55 x 6 cm aus Holz) gelegt ist.

Foto 3b zeigt auch in den 4 Eckbereichen eine dreifache Tuchdeckung, im Mittelfeld ist die Deckung vierfach wie bei den anderen Tuchgrößen. Insgesamt wird eine dreifache Tuchabdeckung zu etwa 95 % erreicht. Bei den Einschlagecken überlappen diese mit jeweils 20 cm.

Die Tuchgröße ist für die vorgegebene 65er Presseinlage ideal.



Fall 4 mit Tuchgröße 140 x 140 cm

Mit dieser Tuchgröße wird ebenfalls wie bei der vorhergehenden Tuchgröße eine dreifache Abdeckung zu etwa 95 % erreicht. Durch die Übergröße hängen die Tuchecken jedoch 10 cm nutzlos über den Rändern.









Kaufempfehlung

Die vorgenannte Versuchsreihe zeigt, dass für eine zügige Entsaftung und damit kürzere Presszeiten für Ihre Presse die Tuchgröße 130 x 130 cm optimal ist. Deshalb schlage ich Ihnen dieses Tuch als Kaufempfehlung vor. Damit sparen Sie gegenüber dem 140er Tuch sogar noch rund 100,00 Euro ein.


Zusammenfassung

Ihr Hinweis zu den von Ihnen bisher verwendeten 100er Tüchern ist sehr interessant und blieb von mir bisher aus Unkenntnis unbeachtet. Ich werde auf die Auswirkungen bei zu klein gewählten Presstüchern künftig hinweisen. Bei meiner nachgestellten Trockenübung beträgt die Seitenüberlappung bei dem 100er Tuch nur 8 cm. Für frei liegende Ecken ist das zu wenig.

Wenn das Tuch nicht mit gleichmäßigen Seitenabständen in den Packrahmen gelegt wird, kann sich die Ecküberlappung schon mal um 4 cm verschieben. Dann hat eine Ecke 4 cm und die gegenüberliegende dafür 12 cm Überlappung. Wenn dann noch vollreife Maische gepresst wird und der Saft deshalb nicht zügig ablaufen kann, bricht die Ecke mit zu kurzer Seitenüberlappung auf.


Bei der 130er Tuchgröße beträgt die eingespannte Seitenüberlappung an den 4 Ecken jeweils um die 20 cm. Da besteht also noch Spielraum für ungenaues  Einlegen des Tuches.


Mit der Tuchgröße von 130 x 130 cm für 65er Einlagen ergeben sich zur 110er  Standard-Tuchgröße zwei wesentliche Vorteile:

1. Wegen der dreifachen Tuchüberlappung auf der Oberseite jeder Packlage ist eine zügige Entsaftung des Pressstapels auch bei vollreifer Maische gegeben.

2. Bei 20 cm Seitenüberlappungen an den Ecken jeder Packlage ist ein Aufbrechen der Ecken auch bei ungenauer Tuchauslegung ausgeschlossen.



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Packpresse, mehr Packlagen bei Pressblechen


Frage

Ich studiere gerade Ihre Seiten im Netz und habe dazu zwei Fragen:

Ich betreibe eine Voran P100 und möchte auf die Edelstahlpressbleche umstellen. Jetzt habe ich gelesen, dass dann nicht nur 9 sondern 10 Presslagen beschickt werden können. Auf Ihren Bildern sind es sogar 11 Lagen.


Ist durch den steigenden Pressruck bei Aufsetzen des Pressstapels mit 11 Lagen zu rechnen?
Haben Sie unter der ersten Lage eine etwas höhere Pressplatte (Holz oder Plastik), damit diese nicht im Saft liegt?


Antwort von Wilfried Marquardt am 04.09.2020

Je nach Reifegrad der Apfelmaische können bei Verwendung von 2 mm starken Pressblechen 10 oder 11 Schichten gestapelt werden. Es kommt also auf die Maischestruktur an. Die Quittenmaische lässt sich als Hartfrucht nicht so weit zusammendrücken, so dass nur 8 Schichten gestapelt werden können.


Damit der ausgepresste Stapel im Bereich der Saftwanne nicht vom Saft durchzogen ist, wird die unterste Lage mit einem Pressrost aus Holz und einem darauf liegenden Pressblech angehoben. Anstelle Pressrost und Pressblech kann auch anderes Material wie z.B. 14 mm Kunststoffplatte verwendet werden.




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Ingwerwurzeln entsaften


Frage

Welche Presse bzw. Presstechnik würden Sie mir für das Entsaften von Ingwer empfehlen?

Pro Presstag würden ca. 25 Liter entsaftet werden.


Antwort von Wilfried Marquardt am 08.10.2020

Ingwerwurzeln sind Hartgemüse wie z.B. Möhren und werden für die Entsaftung wie das Hartobst Quitten behandelt.

Nach der Wäsche sind die Wurzeln mit einer Maschine zu einem feinen Fruchtbrei zu reiben bzw. zu pürieren. Je feiner, um so höher die Saftausbeute.


Die so hergestellte Ingwermaische wird bei Ihrer Verarbeitungsmenge in einer Tischpackpresse mit 30 x 30 cm Presseinlagen aus Edelstahl oder Kunststoff abgepresst. Für den erforderlichen Pressdruck genügt ein Wagenheber mit 10 to, der einen Pressdruck von 11,11 Kp/cm² auf die Schichten erzeugt.

Es können auch andere Größen von Packpressen oder auch größere Korbpressen gewählt werden, falls diese bereits bei Ihnen vorhanden sind. Es ist lediglich darauf zu achten, dass ein Mindestpressdruck auf die Presslagen von 10 kp/cm² erreicht wird. Die Anpassung an den höheren Druck kann mit einem geringeren Korbdurchmesser oder einer kleineren Presseinlage erfolgen.





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Holzkelter zur Hydropresse umbauen


Frage

Ich habe bereits eine klassische Holzkelter, mit der ich v.a. Trauben aber auch Äpfel presse (ca. 100. kg Fassungsvermögen). Aus Kapazitätsgründen möchte ich einen weiteren Kelter dazu nehmen. Ein etwas kleinerer, älterer Kelter ist noch in Teilen vorhanden. 


Meine Idee ist nun, den Holzkelter in eine Hydropresse umzubauen. Technisch-handwerklich funktioniert das. 


Meine Frage:

Kann eine Hydroresse auch mit einem Korpus aus Holz betrieben werden, statt dem Edelstahlkorb? Ich meine, mal irgendwo so etwas gesehen zu haben. Unsicher bin ich mir hinsichtlich der Saftausbeute, da ja die Edelstahlbleche viele kleine Schlitze haben, die beim Holzkorb fehlen.


Antwort von Wilfried Marquardt am 25.10.2020

Ob eine Hydropresse mit einem Presskorb aus Holzleisten oder aus Schlitzblech betrieben wird, hat keinen Einfluss auf den Saftablauf, wenn die Holzleisten nicht breiter als 5 cm sind.

Entscheidend für eine wirtschaftlich funktionierende Kelter ist das Füllvolumen, hoher Pressdruck und ein zügiger Saftablauf.


Wenn Ihre alte Holzkelter 

noch mit einer festen Mittelspindel ausgestattet ist, kann hierfür ein Pressdruck von 4 bis 5 kp/cm² angenommen werden. Auch das Füllvolumen des Presskorbes kann voll genutzt werden, so dass auch hier die Holzkelter punktet. Lediglich beim Saftablauf ist die Holzkelter wegen des langen Saftweges aus der Korbmitte unzureichend. Die Korbmitte wird unvollständig entsaftet und die Pressung dauert zu lange.


Bei der Hydropresse

wird allgemein ein Pressdruck von 3 bar bzw. 3 kp/cm² ausgeübt. Das sind 1 bis 2 bar weniger, als bei dem Spindelbetrieb. Auch das Füllvolumen wird bei der Hydropresse durch die wassergefüllte Gummimembrane wesentlich verringert. Hingegen ist der Saftablaufweg bei einem Füllspalt zwischen 8 bis 12 cm geringer, als bei der Holzkelter mit Mittelspindel und sorgt für einen schnellen Saftablauf.

Bei wirtschaftlicher Abwägung beider Systeme 

ist die alte Holzkelter der Hydropresse vorzuziehen, wenn der Saftablauf optimiert wird. Dies ist möglich durch den Einsatz von Presseinlagen, mit denen die Maische alle 5 cm im Korb geschichtet wird. Wie das im Einzelnen funktioniert siehe

http://www.mostpresse.de/presseinlagen.htm . Weitere Infos siehe auch 

http://www.obstpresse.de/Korbpressen1.html



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